Brighton – die Homohauptstadt Englands
Die Stadt am Meer gilt als tolerlant, gebildet und weltoffen

Wer nach Brighton reist, kann sich zurücklehnen, Sonne tanken und dabei einfach so bleiben, wie er ist – ob durchgeknallter Hippie oder Elektrofreak oder frauenliebend oder auch alles zusammen. Tolerant und gebildet, weltoffen und immer im Rhythmus der Zeit. Brighton, rund eineinhalb Stunden südlich von der britischen Hauptstadt gelegen, wird auch das „London am Meer“ genannt. Viele Stadtbewohner lassen hier, wo die viktorianischen Gassen verwinkelt und die Gärten romantisch sind, gern für ein paar Tage den Stress der Großstadt hinter sich. Haupt-Anziehungspunkt der Stadt ist der Palace Pier mit seinem wunderschönen Kieselsteinstrand am Ärmelkanal. Mitten im Badeort gibt es den Royal Pavilion, einen indischen Palast mit chinesischen Verzierungen.
Brighton wird die Schwulen- und Lesben-Hauptstadt Englands, manchmal gar Europas, genannt. 4.000 Homosexuelle sollen hier leben. Bereits im 19. Jahrhundert pflegte der Prinzregent eine liberale Stadtpolitik. Hochburg der flatternden Regenbogenfahnen ist das Viertel Kemp Town, wo sich Bars neben Clubs und Shops neben Friseurläden reihen. Lesben, die eine Pub- und Kneipen-Tour starten wollen, empfiehlt der „Gay-Brighton-Führer“, in der R-Bar zu starten. Die hat sich in den vergangen Jahren von einer Trend-Bar zu DEM heimlichen Girls-Treff entwickelt. Zwar ist sie ein bisschen heruntergekommen, ausgestattet mit Lampen und Sofas, aber dafür gibt’s öfter Getränke-Probieraktionen.
Zweiter Pub-Tour-Punkt sollte die viel gelobte Bar des Hotels Amsterdam sein. Danach geht’s weiter ins Legend, was zwar stark schwulenlastig ist, aber die größte Terrasse in Brighton hat und leckere Burger bietet, damit die Basis für eine lange Nacht geschaffen werden kann. Nach 23 Uhr öffnet der angeschlossene Club seine Pforten. Wer weiterziehen will, dem sei das Revenge empfohlen. (Die Clubs Camelford und Bulldog gelten laut „Gay-Tourist“ als etwas „zu heftig“ für Frauen!) Und hier kann dann auch die Nacht enden: Bar und Club waren einst die angesagteste Gay-Location der Stadt, heute tummeln sich hier auch viele Heterosexuelle. Aber für Lesben, so der Insider-Tipp, ist dies immer noch DER optimale Ort – vor allem, wenn es „Girls on Top“ heißt.
Als reine Tanz-Adresse gilt der Basement Club, der ein gemischtes Publikum empfängt; wer auf schrille Typen steht, der sollte ins Wild Fruit gehen.
Als Gay-friendly und mit einem hohem Standard ausgewiesen, empfehlen sich folgenden Hotels für die vermutlich kurzen Nächte in Brighton: Das Legends und The Amsterdam mit Seeblick, das Colson House und das Five mit Blick ins Grüne sowie das Guest In The City & Five Gästehaus.
Jana Schulze
Brighton im Internet:www.gayguidebrighton.com

