Olympische Spiele 2012

Das Tourismuscenter erwartet viele lesbische und schwule Gäste

Am 27. Juli hält die olympische Flagge Einzug in London. Foto: visitbritain.com

Der Countdown läuft: Vom 27. Juli bis 12. August 2012 finden in London die Olympischen Sommerspiele statt. Von Bogenschießen bis Wrestling reichen die 650 Wettkämpfe der rund 10.500 Athleten aus knapp 200 Nationen. Im Gegensatz zu Peking 2008 (28) stehen 26 Sportarten im Programm, Softball und Baseball wurden gestrichen. Erstmals boxen die Frauen (Fliegen-, Halbwelter-, Halbschwergewicht). Im Tennis steht nach 88 Jahren das Mixed wieder im Programm.   

Für diese Spiele der Spiele hat London 24 Großprojekte gebaut. Neu ist dabei auch das Velodrom für die Rad-Wettbewerbe. Es gibt drei Wettkampfzentren: Die Olympische Zone mit Olympiapark, Olympischem Dorf, Medienzentrum, Olympiastadion (Leichtathletik, Eröffnung, Schluss-feier), Schwimmstadion, Radstadion, Hockeystadion, Basketball- und Handball-Arena.

In der Flusszone werden Boxen, Fechten, Taekwondo, Judo, Tischtennis, Gewichtheben, Ringen, Geräteturnen, Trampolin, Basketball-Finals, Reiten, Teile des Modernen Fünfkampfs und Schießen ausgetragen.

Die Zentrale Zone ist Heimstätte von Fußball (Wembley-Stadion), Badminton, Rhythmischer Sportgymnastik, Tennis in Wimbledon, Bogenschießen, Straßenradsport, Beachvolleyball, Triathlon, Freiwasserschwimmen und Volleyball. Außerhalb der Hauptstadt werden in Essex Wettbewerbe im Mountainbike, bei Waltham im Kanuslalom und bei Windsor im Rudern und Kanurenn-sport ausgetragen. Die Vorrunde im Fußball findet in Glasgow, Cardiff/Wales, Manchester, Newcastle und Coventry statt.

schwullesbisches Tourismuscenter in Soho

Wer vor der Abreise keine Zeit mehr hatte für eine detaillierte Tages- und Nachgestaltung rund ums olympische Geschehen, der sollte als Erstes in die 25 Frith Street in Soho. Hier, über der KU Bar, gibt es seit 2009 Englands erstes und einziges schwullesbisches Tourismuscenter (gaytouristoffice.co.uk). Shaun Newport, Gründer des Zentrums, betont, dass man bewusst mit drei Jahren Zeitvorsprung eröffnet habe, um bestens für die vielen Lesben und Schwulen, die 2012 zu den Sportspielen an der Themse erwartet werden, vorbereitet zu sein. So gibt es im Zentrum Infos über aktuelle Partys, generelle schwullesbische Aktivitäten, aber auch einfach London-Besucher-Tipps.

Die Stadt mit der Towerbridge hat sich gemausert. Musste die frauenliebende Weiblichkeit vor zehn, fünfzehn Jahren noch nach verschiedenen Bars suchen und sich dann doch in der Candy Bar in Central London wiederfinden, gibt es heute mindestens zwei Hände voll Ausgeh- und Flirt-Stationen mit Kaltgetränken für jeden Geschmack.

Wer am Dienstag mit dem Feiern beginnen will, geht zum „Ruby Tuesdays“ in die Ku Bar & Club. Der Eintritt ist frei, an den Plattentellern steht die stadtbekannte lesbische DJane Sandra D und legt chartfreundliche Pop- und Indie-Musik auf. Im Hintergrund plätschert für Leckermäulchen der Schokoladenbrunnen.
In „Girls Go Down“ wird Nacht für Nacht im Keller der dreistöckigen G-A-Y-Bar in Soho Charts-Musik für Studentinnen aufgelegt. Die „G Spot Girl Bar“ im Kudos ist der Treffpunkt für den Donnerstagabend in Soho. Das Publikum ist hübsch und anspruchsvoll, und genießt die angenehme Atmosphäre mit dezenter Hintergrundbeleuchtung und gemütlichen Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Trainieren für Olympia 2012. Foto: visitbritain.com

Freitags heißt es „Girl Friday“ im  First Out. Dann verwandelt sich das schwullesbische Café in einen heißbegehrten Frauentreff, um sich hier auf eine noch heißere Clubnacht vorzubereiten. Männer dürfen mit hinein. Wer einen Abend später wieder fit ist, geht ins „Basement“ des Central London-Clubs Royal George. Hier bestimmen wieder DJane Sandra D und ihre Gast-DJs, zu was getanzt wird – das Hörangebot reicht von Indie-Mix von Blur bis Bloc Party. Der Eintritt ist frei.
Im Dalston Superstore, dem Club für schwule Jungs, die Elektro-Musik lieben, gibt’s nun selbige Beats auch für Gay-Girls. In der „Twat Boutique“ tanzt frau zu Indie, New Wave, Elektro und Disco-Beats.

Wer hoch hinaus will, sollte ins The Penthouse fahren. Hier oben gibt’s eine tolle Aussicht über den Leicester Square und jeden Monat fünf lesbische Partys für gut betuchte Frauen. Die „Networking Event Lounge“ am 1. Donnerstag im Monat beginnt in den frühen Abendstunden. Bei der „Pure“-Reihe, am 1. und 3. Freitag im Monat, gibt’s  funky R’n’B, Soul und HipHop-Hymnen für die lesbischen Ohren. „Something For The Week-end“ heißt eine Party, die zweimal im Monat junge und funky gay girls und ihre Freunde anlockt. Frauen, die in den 30er sind und es etwas stilvoller mögen, können sich jeden 2. Samstag im Monat im 26 Taboo zu Funk, R’n’B, Garage und einer Flasche Champagner amüsieren.

Und wer das alles nicht mag, auf den wartet immer noch Sohos Candy Bar – allerdings unter neuem Management. Seit diesem ist das Publikum hier unter 20 Jahre alt. Damit die Leber bei diesem London-Besuch nicht komplett absäuft, sollten Frauen, denen tote Tiere nicht auf den Teller kommen, ins First Out zum Dinner gehen. In Londons erstem vegetarischen und veganen Restaurant treffen sich Schwule und Lesben gleichermaßen.

Ein weiterer lesbischer Tummelplatz ist heutzutage im Stadtteil Stoke Newington die Oak Bar, eine beliebte Location der Nord-Londoner Riot Girls.
Auch wenn Schlaf bei Ausflügen in europäische Hauptstädte meist überbewertet wird – in London gibt es mindestens 20 „gay-friendly“ Hotels – zu erfragen direkt im schwullesbischen Tourismuscenter, auch vorab per E-Mail.    
Jana Schulze

Schwullesbisches Tourismuscenter:
www.gaytouristoffice.co.uk
London-Tipps: www.london.de
Candy Bar: www.candybarsoho.com

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